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Selbstzweifel im Homeschooling – muss das sein?

Virtuelles High Five für Corona-Homeschooler

Homeschooling ist nicht einfach, aber gemeinsam machen wir einen großartigen Job. Ein großes Danke an alle Lehrer*innen, Eltern, Tanten, Onkel, Großeltern, Sozialarbeiter*innen, Nachhilfelehrer*innen und an alle anderen, die sich wirklich darum bemühen, dass es mit der Bildung weitergeht.

Was zum Thema Homeschooling endlich gesagt werden muss

Seit einigen Wochen machen wir alle Dinge, die wir davor für unmöglich gehalten hätten: Eltern haben einen unbezahlten Zweitjob als Aushilfslehrer*innen angenommen, Lehrer*innen mussten nach dem spontanen Wechsel auf Online-Unterricht zusätzlich neue Ideen sammeln, um die Schüler*innen noch irgendwie benoten zu können und sind nun oftmals rund um die Uhr für ihre Schüler*innen da. Die erledigen wiederum ihre Hausaufgaben zu den Zeiten, an denen sie am besten lernen können – nicht, wenn sie gerade müssen. Und wir sind – genauso wie viele Sozialarbeiter*innen, die oft nicht erwähnt werden – jetzt online und offline für euch da und stellen uns ebenfalls gerne den neuen Herausforderungen. Was man leider selten hört: Erziehungsberechtigte, Lehrer*innen, Schüler*innen, Nachhilfelehrer*innen, Sozialarbeiter*innen – und übrigens auch Uniprofessor*innen – machen gerade mehrheitlich einen absolut fantastischen Job, sind kreativ, flexibel und improvisieren wie wild, damit es mit der Bildung weitergeht. An alle, die sich gerade wirklich in ihre Arbeit tigern und diesen neuen Herausforderungen mutig entgegentreten: DANKE!

Ich klatsche hier nicht vom Balkon

Mich sieht von unserem Balkon aus sowieso niemand – wer schon bei uns im Büro war, weiß das. Vor allem aber finde ich, dass es natürlich unsere Pflicht ist, weiterzumachen. Das Leben muss ja weitergehen. Und mich nerven die Durchhalteparolen oft selbst schon – auch wenn das Klatschen und die Parolen nett gemeint sind. Aber genau das ist es ja: Wir halten nicht nur durch – wir nehmen unser Leben in die Hand. Helfen zusammen. Aktiv. Und wenn es „nur“ Homeschooling und „nebenbei“ Beruf (oder umgekehrt) ist. Wir sind großartig – Eltern, Lehrer*innen, Nachhilfelehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und alle anderen, die jenen Menschen auf die Beine helfen, die in ein paar Jahren unseren Ort, unser Land, unseren Kontinent, unsere Welt weiterbringen werden. Und trotzdem sind da diese Selbstzweifel. Ihr kennt das sicher.

„Mache ich alles richtig?“

Die kurze Antwort ist nein. Ich meine, ernsthaft: Wer macht schon alles richtig? Ich habe mit vielen Eltern während der Krise telefoniert, gewhatsappt und gemailt. Auch mit einigen Lehrer*innen war ich in Kontakt. Alle haben sich die Frage gestellt, ob sie das Homeschooling richtig machen und haben sich Sorgen gemacht, ob sie den Kindern gerecht werden. Und weißt du was? Das ist eigentlich der Schlüssel dazu, Dinge wirklich gut zu machen. Perfekt gibt es nämlich nicht – das ist so eine Illusion, die man sich vielleicht dank Instagram oder Marie Kondo macht. Und perfekt muss auch nicht sein: Sehr gut und vor allem authentisch reicht völlig für den Erfolg!

Apropos sehr gut: Meine größte Hochachtung gilt momentan wirklich allen Erziehungsberechtigten, die gerade ihren Job und / oder andere große Probleme wie Jobverlust oder die Sorge um ein gefährdetes Familienmitglied stemmen und gleichzeitig immer noch beim Homeschooling 100 % geben. Oder auch „nur“ 90. Oder 80. Das sind Superheld*innen! Jetzt sagst du vielleicht: „Naja, ich mache schon meinen Job und ich muss da halt jetzt einspringen – das ist ja normal, hilft ja nichts, machen ja alle gerade. Und außerdem verkrieche ich mich am Abend wenn die Kinder schlafen mit einer Tafel Schokolade im Bett und weine. Das hat jetzt nichts besonders Superheld*innenhaftes.“ Doch. Hat es. Sogar, wenn du einmal vor deinem Kind oder deiner/deinem Partner*in zugeben musst, dass du gerade echt am Limit bist und nicht mehr kannst oder dass du schlicht auf irgendetwas keine Antwort hast.

Superheld*innen können auch nicht alles

Warum hat Batman wohl Robin und Alfred? Richtig – weil er weiß, dass er nicht alle Probleme alleine lösen kann. Superheld*innenhaft ist es, eigene Grenzen zu erkennen und sie klar zu kommunizieren. Einzugestehen, dass nicht alles perfekt sein muss, um schon ziemlich, ziemlich gut zu sein. Den Mut dazu zu haben, einfach mal nur zu genügen. Superheld*innenhaft ist es, wenn du mit deinen Gefühlen offen umgehst. Mit ihnen arbeitest. Die positive Veränderung siehst, die du bewirkst. Lerne aus deinen Fehlern, aber sei nicht zu kritisch. Und wenn du in den Spiegel schaust, sieh dein Cape flattern!

 

Alles Liebe und bleib held*innenhaft

Deine Theo

 

 

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*Achtung! Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit.

Theo ist die Gründerin von Dodos Denkwerkstatt, studierte Publizistin, ehemalige Journalistin, Biologin und Hufflepuff. Ihre große Leidenschaft ist es, Menschen Freude am Lernen und Denken zu vermitteln.